Mittwoch, 2. Januar 2013

Liebe ist wie Stalingrad (elmo)

Liebe ist wie Stalingrad
Stalingrad Massengrab
Tausend Tote seh`n herab
Gleiche Kämpfe
Tag für Tag

Eng an eng liegen wir
Zwischen uns die leise Gier
was kann ich noch so ertragen
An welchen Fronten
Erschüttert mich entsagen

Jeden Tag im gleichen Krieg
Für der Liebe ihren Sieg
Reiben wir einander auf
Nehmen Gräben voll
Verluste in Kauf

27.12.12

Freitag, 14. Dezember 2012

Donnersbergerbrücke, werktags, nachts (elmo)



Donnersbergerbrücke, werktags, nachts

Ich steh‘ hier über dem Narbengelände
Halte fest auch an kaltem Stahl
Frage nach Innen, ob ich noch fände
Wonach ich suche ohne Wahl

Zerklüftet schreit der Horizont
Blau und weiß und rot
Alles, was sich des Tages sonnt
Endlich ruht wie tot

Die Nacht, die hält die Gleise kalt
Und ich steig' herab mit kaltem Lachen
Nun bleibt mir nur noch der Asphalt
So ist's für die, die in München wachen

14.12.12

Samstag, 8. Dezember 2012

Duschpoetenprobleme (elmo)



Duschpoetenprobleme

Im Winter bin ich Duschpoet
So wie er halt im Buche steht
Es ist der Kontrast
Der mich zum Denken bringt
Unwirklich fast
Die Temperatur tief sinkt
Dass ich mich fühle
Wie im Mutterbauch
Fern der Kühle
Liegt was ich brauch‘
Doch draußen neben der Badewann‘
Steh‘ ich zitternd, föhnend dann
Und wie weggeblasen all die Reime
Was ich meine: Ich brauch ein Whiteboard in der Dusche


3.12.12

Montag, 24. September 2012

Der Baustellen Hitler (The_Chronicle_of_Hektor)



"Auf einer wahren Geschichte beruhend."

Ach, der schöne Tag sich sanft erhebt,
Die Maus ihn zum ersten mal erlebt,
So ruhig und faul die Stelle dort steht,
Worüber langsam still der Mensch hingeht.

Ein Wunder pur, aus Zement und Stein,
Mit dem Pfosten stark im Boden fein,
Idyllisch steht es da im Morgen klar,
Sie mitten drinn am arbeiten, wie wahr.

Doch von Fern das Rumoren beginnt,
Die dunklen Wolken ziehn dort hin,
Wie ein mächtger Sturm es sich dort ballt,
Und Schlag auf Schlag von dort es schallt.

Die Vögel fliehen Meilenweit,
Die Menschen ängstlicht stehn zu zweit,
Trifft die Stell mit voller Wucht,
Hier, von jeder Mann verflucht.

Ja, dass ist ER, der Baustellen Hitler.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Konkrete Medizin (elmo)

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Danke an Jan Brandt für den Gedankenanstoß

Dienstag, 29. Mai 2012

Die Unwucht in mir (elmo)


Für die Einzige

Die Unwucht in mir

Wie bist du eigentlich hier her gekommen? Ich bin der Meinung, dass ich die nie hierher eingeladen habe. So fremdkörpergleich spüre ich dich in mir. Wenn ich Hüpfe spüre ich, dass mein Gewicht nicht stimmt, und auf einem Bein kann ich kaum noch das Gleichgewicht halten. Du bist die Unwucht in mir. Und doch - bist du nicht vollkommen unbekannt. Es fühlt sich an, als ob du schon lange hier wärest, vielleicht sogar, als ob du auf mich gewartet hättest. Du scheinst ewig, du hier in meinem Innersten bevor es existierte. Wie kann das sein? Hast du dich ganz langsam an mich herangepirscht, mit jedem meiner Wimpernschläge einen Hauch näher heran an mich - in mich. Etwa so zart und unschuldig, dass ich dich von jeder Schuld freisprechen möchte? Bis du dann mich von innen erfüllst und antreibst, nun jede Handlung diktierst. Aber ich unterstelle dir ein heimtückisches Momentum, so wird es für mich greifbarer, doch die Frage bleibt: Wie kann das sein?
Verzeih mir diese Frage, aber antworte mir. Von deinem Mantel der Unsichtbarkeit entblößt, erschrickst du mich. Mein Körper erzittert unter dieser Erkenntnis, während mein Herz erstarrt. Wieso ist mein eigenes Herz mir so fremd - der vertraute Puls in meinen Arterien, ich vermisse ihn.  Du bist nicht nur ein Eindringling, du bist auch ein Dieb. Du hast mir meinen angeborenen Rhythmus gestohlen und durch etwas ersetzt, was mich weniger frei atmen lässt. Sitzt du da auf meinem Herzen? Hältst du meine Lungenflügel so fest umklammert? Oder nährst du dich - in mir - von mir? Verbrauchst du etwa all jenen kostbaren Sauerstoff den ich mühsam in mich hineinsauge? Hör auf damit!
Niemand hat dir die Erlaubnis gegeben - ich habe dir die Erlaubnis nicht gegeben! Lass es oder zeige dich wenigstens. Du kennst mich wohl gut, aber du bleibst unerkannt. Ich weiß, dass du da drin steckst, also zeige dich. Lass mich an meinem Selbstverlust, dem Raubbau an mir selbst teilhaben, lass mich, wenn auch kraftlos, wenn auch machtlos, wenigstens zusehen. Ich will  mich von mir verabschieden. Los, komm hervor aus meiner Körperhöhle. Ich sehe dich da im Schatten meiner Rippen umherhuschen.
Aber du scheinst nicht unruhig oder wirklich überrascht über meine neue Aufmerksamkeit, du hast wohl auf diese Konfrontation gewartet. Wie gut bist du nun vorbereitet? Wie hast du deine Verteidigung strukturiert? So unvermittelt, wie mich das alles traf, diese Erkenntnis, diese Offenbarung, ein Shift in meinem Selbst-Bewusstsein, meiner eigenen Wahrnehmung , werde ich kaum eine Chance haben zu gewinnen. Was wird denn von mir übrigbleiben? Ich entscheide mich für eine aggressive Variante, Ich greife überraschend tief in mich selbst hinein und trotz aller Schmerzen ziehe ich dich aus meinem Dunkelsten hervor, aus dieser Caverne, die du da bewohnst. Ob du sie geschaffen hast oder du dich nur eingenistet hast in einen Ort, der unbekannt, aber wohl nötig war, der Teil jener leichten Unschuld ist, mit der wir geboren werden. Nah an meinem Herzen mit direktem Zugang zu eben dieser Pumpe.  Du hast dort tuberkulosegleich gewartet. Wann wolltest du durchbrechen, ausbrechen um alles zu beherrschen? Erst wenn ich schwach bin, in einem Moment in dem ich Schutz suchen würde - auch in mir, wo du dann gewartet hättest. Doch mit meiner raschen Handlung hast du nicht gerechnet. Du blickst mich überrascht an, entwurzelt und unsicher. Doch auch ich ohne feste Erwartung sehe dich überrascht an.
Man sieht, dass du lange im Schatten fern der Sonne warst. Doch du wirkst nicht bleich und abgemagert. Nein, du bist nur weiß, hell, schon fast strahlend. Dein Haar so lang und blond, einem Himmelswesen gleich. Auch deine dünne Gestalt ist zart und in der Tat unschuldig. Wer bist du? Du bist schön.
Doch du siehst mich nur an - ganz ruhig und schweigst. Ich weiß nun, dass du nur für mich existierst. Ich danke dir! Während ich mich nicht traue zu zwinkern um dir keine Fluchtmöglichkeit zu bieten und meine Augen beginnen auszutrocknen, durchfährt mich ein heftiger Schmerz. Mein Körper schreit nach dir, es ist der Entzug von dir, der mich mit Leiden straft. Unter Tränen und Krämpfen, aber mit klarem Verstand - so klar wie noch nie - bitte ich dich unterwürfig, denn ich weiß in meinen schmerzverzerrten Windungen und Wendungen um mich selbst, es ist kein Leben mehr ohne dich mehr möglich:
Bleib in meinem Innersten, bleibe meine Unwucht!

7.5.12

Sonntag, 20. Mai 2012

Meskel Square mit geschlossenen Augen (elmo)

Danke Sophie Massieu für diese Einblicke.


Meskel Square mit geschlossenen Augen

Hörst du diese Schritte nicht?
Tausend, Tausend wie Lieder sich
Rhythmen teilen
Weil alle eilen
Ihr Herzschlag singend, nie monoton
Lachend Väter mit ihrem Sohn

Riechst du diese Strapazen nicht?
Ihr rinnender Schweiß niemals bricht
Ihr laufendes Beten
Ihr ewiges Treten
Für eine Zukunft und bessere Zeit
Gegen die Herkunft mit salzigem Leid

Fühlst du diesen Willen nicht?
Auf diesen Sand leg dein Gesicht
Gefurcht so tief
Weil jeder lief
Durch diese Rinnen ein Leben lang
Ohne das je ein Start erklang

22.4.12