Liebe ist wie Stalingrad
Stalingrad Massengrab
Tausend Tote seh`n herab
Gleiche Kämpfe
Tag für Tag
Eng an eng liegen wir
Zwischen uns die leise Gier
was kann ich noch so ertragen
An welchen Fronten
Erschüttert mich entsagen
Jeden Tag im gleichen Krieg
Für der Liebe ihren Sieg
Reiben wir einander auf
Nehmen Gräben voll
Verluste in Kauf
27.12.12
Leid gebiert in Qual Worte aller Wahl; doch alles, was so sprießt und fließt, nur dem gefällt, der auch genießt.
Mittwoch, 2. Januar 2013
Freitag, 14. Dezember 2012
Donnersbergerbrücke, werktags, nachts (elmo)
Donnersbergerbrücke, werktags, nachts
Ich steh‘ hier über dem Narbengelände
Halte fest auch an kaltem Stahl
Frage nach Innen, ob ich noch fände
Wonach ich suche ohne Wahl
Zerklüftet schreit der Horizont
Blau und weiß und rot
Alles, was sich des Tages sonnt
Endlich ruht wie tot
Die Nacht, die hält die Gleise kalt
Und ich steig' herab mit kaltem Lachen
Nun bleibt mir nur noch der Asphalt
So ist's für die, die in München wachen
14.12.12
Samstag, 8. Dezember 2012
Duschpoetenprobleme (elmo)
Duschpoetenprobleme
Im Winter bin ich Duschpoet
So wie er halt im Buche steht
Es ist der Kontrast
Der mich zum Denken bringt
Unwirklich fast
Die Temperatur tief sinkt
Dass ich mich fühle
Wie im Mutterbauch
Fern der Kühle
Liegt was ich brauch‘
Doch draußen neben der Badewann‘
Steh‘ ich zitternd, föhnend dann
Und wie weggeblasen all die Reime
Was ich meine: Ich brauch ein Whiteboard in der Dusche
3.12.12
Montag, 24. September 2012
Der Baustellen Hitler (The_Chronicle_of_Hektor)
"Auf einer wahren Geschichte beruhend."
Ach, der schöne Tag sich sanft erhebt,
Die Maus ihn zum ersten mal erlebt,
So ruhig und faul die Stelle dort steht,
Worüber langsam still der Mensch hingeht.
Ein Wunder pur, aus Zement und Stein,
Mit dem Pfosten stark im Boden fein,
Idyllisch steht es da im Morgen klar,
Sie mitten drinn am arbeiten, wie wahr.
Doch von Fern das Rumoren beginnt,
Die dunklen Wolken ziehn dort hin,
Wie ein mächtger Sturm es sich dort ballt,
Und Schlag auf Schlag von dort es schallt.
Die Vögel fliehen Meilenweit,
Die Menschen ängstlicht stehn zu zweit,
Trifft die Stell mit voller Wucht,
Hier, von jeder Mann verflucht.
Ja, dass ist ER, der Baustellen Hitler.
Mittwoch, 4. Juli 2012
Konkrete Medizin (elmo)
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Danke an Jan Brandt für den Gedankenanstoß
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Danke an Jan Brandt für den Gedankenanstoß
Dienstag, 29. Mai 2012
Die Unwucht in mir (elmo)
Für die Einzige
Die Unwucht in mir
Wie bist du eigentlich hier her gekommen? Ich bin der
Meinung, dass ich die nie hierher eingeladen habe. So fremdkörpergleich spüre
ich dich in mir. Wenn ich Hüpfe spüre ich, dass mein Gewicht nicht stimmt, und
auf einem Bein kann ich kaum noch das Gleichgewicht halten. Du bist die Unwucht
in mir. Und doch - bist du nicht vollkommen unbekannt. Es fühlt sich an, als ob
du schon lange hier wärest, vielleicht sogar, als ob du auf mich gewartet
hättest. Du scheinst ewig, du hier in meinem Innersten bevor es existierte. Wie
kann das sein? Hast du dich ganz langsam an mich herangepirscht, mit jedem
meiner Wimpernschläge einen Hauch näher heran an mich - in mich. Etwa so zart
und unschuldig, dass ich dich von jeder Schuld freisprechen möchte? Bis du dann
mich von innen erfüllst und antreibst, nun jede Handlung diktierst. Aber ich
unterstelle dir ein heimtückisches Momentum, so wird es für mich greifbarer,
doch die Frage bleibt: Wie kann das sein?
Verzeih mir diese Frage, aber antworte mir. Von deinem
Mantel der Unsichtbarkeit entblößt, erschrickst du mich. Mein Körper erzittert
unter dieser Erkenntnis, während mein Herz erstarrt. Wieso ist mein eigenes
Herz mir so fremd - der vertraute Puls in meinen Arterien, ich vermisse
ihn. Du bist nicht nur ein Eindringling,
du bist auch ein Dieb. Du hast mir meinen angeborenen Rhythmus gestohlen und
durch etwas ersetzt, was mich weniger frei atmen lässt. Sitzt du da auf meinem
Herzen? Hältst du meine Lungenflügel so fest umklammert? Oder nährst du dich -
in mir - von mir? Verbrauchst du etwa all jenen kostbaren Sauerstoff den ich
mühsam in mich hineinsauge? Hör auf damit!
Niemand hat dir die Erlaubnis gegeben - ich habe dir die
Erlaubnis nicht gegeben! Lass es oder zeige dich wenigstens. Du kennst mich
wohl gut, aber du bleibst unerkannt. Ich weiß, dass du da drin steckst, also
zeige dich. Lass mich an meinem Selbstverlust, dem Raubbau an mir selbst
teilhaben, lass mich, wenn auch kraftlos, wenn auch machtlos, wenigstens
zusehen. Ich will mich von mir
verabschieden. Los, komm hervor aus meiner Körperhöhle. Ich sehe dich da im
Schatten meiner Rippen umherhuschen.
Aber du scheinst nicht unruhig oder wirklich überrascht über
meine neue Aufmerksamkeit, du hast wohl auf diese Konfrontation gewartet. Wie
gut bist du nun vorbereitet? Wie hast du deine Verteidigung strukturiert? So
unvermittelt, wie mich das alles traf, diese Erkenntnis, diese Offenbarung, ein
Shift in meinem Selbst-Bewusstsein, meiner eigenen Wahrnehmung , werde ich kaum
eine Chance haben zu gewinnen. Was wird denn von mir übrigbleiben? Ich
entscheide mich für eine aggressive Variante, Ich greife überraschend tief in
mich selbst hinein und trotz aller Schmerzen ziehe ich dich aus meinem
Dunkelsten hervor, aus dieser Caverne, die du da bewohnst. Ob du sie geschaffen
hast oder du dich nur eingenistet hast in einen Ort, der unbekannt, aber wohl
nötig war, der Teil jener leichten Unschuld ist, mit der wir geboren werden.
Nah an meinem Herzen mit direktem Zugang zu eben dieser Pumpe. Du hast dort tuberkulosegleich gewartet. Wann
wolltest du durchbrechen, ausbrechen um alles zu beherrschen? Erst wenn ich
schwach bin, in einem Moment in dem ich Schutz suchen würde - auch in mir, wo
du dann gewartet hättest. Doch mit meiner raschen Handlung hast du nicht
gerechnet. Du blickst mich überrascht an, entwurzelt und unsicher. Doch auch
ich ohne feste Erwartung sehe dich überrascht an.
Man sieht, dass du lange im Schatten fern der Sonne warst.
Doch du wirkst nicht bleich und abgemagert. Nein, du bist nur weiß, hell, schon
fast strahlend. Dein Haar so lang und blond, einem Himmelswesen gleich. Auch
deine dünne Gestalt ist zart und in der Tat unschuldig. Wer bist du? Du bist
schön.
Doch du siehst mich nur an - ganz ruhig und schweigst. Ich
weiß nun, dass du nur für mich existierst. Ich danke dir! Während ich mich
nicht traue zu zwinkern um dir keine Fluchtmöglichkeit zu bieten und meine
Augen beginnen auszutrocknen, durchfährt mich ein heftiger Schmerz. Mein Körper
schreit nach dir, es ist der Entzug von dir, der mich mit Leiden straft. Unter
Tränen und Krämpfen, aber mit klarem Verstand - so klar wie noch nie - bitte
ich dich unterwürfig, denn ich weiß in meinen schmerzverzerrten Windungen und
Wendungen um mich selbst, es ist kein Leben mehr ohne dich mehr möglich:
Bleib in meinem Innersten, bleibe meine Unwucht!
7.5.12
Sonntag, 20. Mai 2012
Meskel Square mit geschlossenen Augen (elmo)
Danke Sophie Massieu für diese Einblicke.
Meskel Square mit geschlossenen Augen
Hörst du diese Schritte nicht?
Tausend, Tausend wie Lieder sich
Rhythmen teilen
Weil alle eilen
Ihr Herzschlag singend, nie monoton
Lachend Väter mit ihrem Sohn
Riechst du diese Strapazen nicht?
Ihr rinnender Schweiß niemals bricht
Ihr laufendes Beten
Ihr ewiges Treten
Für eine Zukunft und bessere Zeit
Gegen die Herkunft mit salzigem Leid
Fühlst du diesen Willen nicht?
Auf diesen Sand leg dein Gesicht
Gefurcht so tief
Weil jeder lief
Durch diese Rinnen ein Leben lang
Ohne das je ein Start erklang
22.4.12
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